Dirtbiker Magazine #53

Dirtbiker Magazine #53

Hallo liebe Freunde des Dirtbiker Magazine!
ab Freitag, dem 23. August 2019 im Handel, steht unsere Dirtbiker Magazine Ausgabe #53(9/2019) im Handel, in der wir euch wieder mit einer vielseitigen Mischung feinster Dirtbike-Themen versorgen.

Features

KONTROLLGANG - YAMAHA YZ-F 2016

Die Ziele für die 2016er Vier-Takt-Crosser von Yamaha waren mehr Beherrsch- und Fahrbarkeit. Die Maschinen mit den verdrehten Zylinderköpfen sind inzwischen definitiv aus der Experimentierphase hinaus gewachsen.

Nachdem Yamaha für 2010 die Motorenwelt umgedreht hat, indem sie den Zylinder um 180 Grad verdreht und nach hinten geneigt in ihre YZ450F gebaut haben, wurde für den 2014er Jahrgang aufgrund der gewonnen Erfahrungen der zweite Rundumschlag eingeläutet. Die YZ250F erhielt ebenfalls den umgedrehten Zylinder und als letzte Maschine der großen Hersteller auch eine Einspritzung. Die 450er und 250er Triebwerke wurden nun auch in das gleiche Chassis gepflanzt. Nach dieser General-Kur von 2014 wurde für den aktuellen und nun auch den 2016er Modelljahrgang Weiterentwicklung im Detail betrieben, um möglichst das Optimum der neuen Generation heraus zu holen.

Dass die Yamahas mit dem umgedrehten Zylinderkopf längst nicht mehr mit den anfänglichen Problemchen, die so eine neue Technologie naturgemäß mit sich bringt, zu kämpfen haben, beweisen die aktuellen Rennergebnisse in der Motocross Weltmeisterschaft und den US Supercross und Motocross Rennen.

Mehr Kontrolle für die YZ450F
Bei der Weiterentwicklung der großen YZ-F hatten die Ingenieure vier Ziele, die vor allem für mehr Kontrolle in allen Fahrsituationen sorgen sollten: bessere Starts, eine sanftere und einfacher zu fahrende Motorcharakteristik ohne dabei Spitzenleistung zu verlieren, ein besseres Gefühl und mehr Traktion an der Front sowie mehr Bremskraft bei mehr Kontrolle.

Für bessere Starts ist nun auch an der YZ450F eine elektronische Starthilfe verbaut, die per Knopfdruck am Lenker aktiviert werden kann und dann über das Steuergerät für möglichst optimale Traktion aus dem Startgatter heraus sorgen soll. Dadurch soll sich der Fahrer verstärkt nur auf die Kupplungskontrolle und Körperposition konzentrieren können. Sobald man in den dritten Gang schaltet, läuft der Motor wieder ganz normal.

Mit neuen Nockenwellen, geänderten Ein- und Auslass-Profilen sowie anderen Ventilfedern wurde versucht die Leistungscharakteristik sanfter und beherrschbarer werden zu lassen. Darüber hinaus wurden das Kupplungsgehäuse sowie der -mitnehmer und die Getriebezahnräder des vierten und fünften Gangs überarbeitet. An der Wasserpumpe wurde mit sechs kleinen Löchern der Wasserdruck reduziert und der vordere Halter am Schalldämpfer wurde optimiert.

Der Rahmen der YZ450F wurde etwas versteift indem das Profil oberhalb der Fußrasten etwas breiter wurde, in Längsrichtung wohlgemerkt, nicht in der Breite der Maschine, und dank neuer oberer Motorhalterungen. Die Fußrasten sind 5 mm flacher geworden, damit der Fahrer noch etwas mehr zu Zentrum des Bikes wandert. Der Versatz der Gabelbrücken wurde von 23 auf 25 mm geändert, dazu ist die Gabel nun mit einer härteren Feder, nun mit 4.9er statt 4.7er Federrate, ausgestattet, damit die Front nicht mehr so tief wie in der Vergangenheit hängt. Das Shim-Setting der Gabel hat sich nicht geändert, dafür wurden die Klicks an der Druck- und Zugstufe in der Standardeinstellung mehr aufgedreht, um die Feder auszugleichen. Darüber hinaus wurde der Ölstand auf 315 mm gesenkt.

Für noch mehr Bremspower sorgt an der Front die um 20 mm größere Bremsscheibe, die nun einen Durchmesser von 270 mm besitzt.

Mehr Power für die YZ250F
Bei der kleinen Vier-Takt-Yamaha wurde vor allem ein Auge auf den Motor geworfen, um ihn noch leistungsstärker bei breitem Einsatzbereich zu bekommen. Um das zu erreichen wurde der Kolben um 7% leichter, das Pleuel wird einer speziellen Hitzebehandlung unterzogen und baut nun weniger Reibung an der Kurbelwelle auf. Eine verbesserte Balance an der Kurbelwelle soll für mehr Drehmoment und reduzierte Vibrationen sorgen. Dazu wurde das Mapping der ECU optimiert.

Die Kupplung erhielt die gleichen Änderungen wie die YZ450F und auch die Vorderbremse ist ebenfalls mit der 270 mm Bremsscheibe ausgestattet.

Jubiläums-Ausgabe
Zum 60. Geburtstag gibt es sowohl von der YZ250F als auch YZ450F eine Limited Edition, die schon optisch mit de, schwarz-gelben Design und den klassischen Yamaha Speedblocks auffällt. Doch auch technisch gibt es einige Leckerbissen, so sind die Maschinen mit einer Akrapovic Titan Auspuffanlage ausgestattet, die nicht nur Gewicht spart, sondern auch für mehr Leistung in allen Drehzahlbereichen sorgt. Dazu ist der Yamaha MY Power Tuner, mit dem man verschiedene Mappings aufspielen kann bereits in der Lieferung mit enthalten, der sonst extra kostet. Ein edler GYTR Kupplungsdeckel sowie Handschalen runden das Paket ab.

Die Praxis
Bei der Präsentation konnten wir sowohl die Standard-Maschinen als auch welche mit der Akrapovic Anlage, die in der Limited Edition ausgeliefert wird, testen. Die YZ250F zeigte sich auf der abwechslungsreichen Strecke im französischen Vincy Manoeuvre als richtiges Spaßmobil. Unheimlich handlich in allen Lebenslagen und dennoch stabil auf schnellen Parts der Strecke sorgte sie für ein dickes Grinsen im Gesicht. Das Fahrwerk lag sehr gut und der Motor liess sich bereits im Serienzustand sowohl hoch drehen als auch recht früh schalten. Die Stärke dieses Motors liegt vor allem in der Mitte und einem angenehmen Leistungsverlauf, auf langen Geraden hätte man sich in den oberen Drehzahlen aber noch einen Hauch mehr Power gewünscht. Diese erhielt man dann jedoch mit dem Akrapovic Krümmer und Endschalldämpfer, womit der Motor spürbar schneller hoch drehte und über den ganzen Drehzahlbereich mehr Leistung generierte.

Die YZ450F präsentiert sich nach wie vor als ein Motorrad, das mit seinen breiten Kühlerhutzen, die gleichzeitig als Ansaugtrakt für den Luftfilterkasten dienen, beim ersten Aufsitzen etwas bullig wirkt. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass sie sich wie ein Ozeandampfer fährt. Auch mit ihr lassen sich Scrubs, Whips und andere radikale Manöver vollführen. Die ganz engen Ecken sind nach wie vor nicht die Spezialität der großen Yamaha, dennoch lässt sie sich auch in engeren Radien flott um die Kurven treiben. Die Front vermittelt mit der härteren Feder nun nicht mehr so ein tiefes Gefühl wie in den Vorjahren, damit ist jedoch auch etwas an Komfort verloren gegangen. Der Motor zieht kräftig, aber beherrschbarer als noch vor ein paar Jahren, durch und über zu wenig Leistung wird sich wohl niemand beschweren. Und wenn doch: auch hier verleiht die Akrapovic Anlage der Limited Edition überall etwas mehr Pferdestärken und etwas mehr Spritzigkeit.

Nach wie vor ist das Thema Luftgabel oder auch SFF nicht wirklich interessant für Yamahas Serienmaschinen. MX Racing Manager und ehemaliger GP Fahrer Erik Eggens sagte uns dazu: „Bisher bringen diese Technologien für den Endkonsumenten in unseren Augen keinen Vorteil. Wir testen zwar auch damit und behalten die Entwicklungen im Auge, aber bisher sind wir uns unsere Kunden zufrieden mit den klassichen Gabeln in unseren Maschinen.“

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