Ausgabe #39

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DAUEREINSATZ: „BETA X-TRAINER“ TEIL 3

Die Endurostrecke in Vosswinkel bietet neue Herausforderungen und bringt erste technische Veränderungswünsche mit sich

Es ist, wie es ist: Als Nicht-Pro hat man mit der einen oder anderen Hürde zu kämpfen. Auch ich hatte in den letzen Wochen mal wieder Zeit, mich intensiv mit meiner Beta zu beschäftigen. Um an meiner Fahrtechnik zu arbeiten und im Enduro-Gelände besser zurechtzukommen, habe ich mir einen etwas spezielleren Spielplatz ausgesucht: ein abgeholztes Waldstück mit unzähligen Baumstümpfen, tiefen Harvesterspuren und jeder Menge Feuchtigkeit. Die Rutschpartie 2.0 war also garantiert. Wie bereits erwähnt, ist die Xtrainer leichter und kompakter, was vor allem hier deutlich spürbar war. Ich konnte das Bike relativ gut handeln, obwohl das Hinterrad alle zwei Meter ausgebrochen und über irgendwelche Stämme gerutscht ist. Für einen Außenstehenden haben meine Versuche, in dem Gelände zurechtzukommen sicherlich verdammt komisch ausgesehen. Für mich war es eher ein Kampf gegen den inneren Schweinehund. Nicht etwa, weil ich mit den ganzen Stämmen ordentlich zu kämpfen hatte, nein, weil ich im Vorfeld nicht richtig nachgedacht habe. Wenn du das erste Mal so richtig in einer solchen Situation bist, bleibt es nicht aus, dass du dein Bike ab und zu abwürgst. Ohne Kickstarter am Bike bist du also auf deine Batterie mehr als angewiesen. Doof nur, wenn diese schon im Vorfeld relativ leer war. Ich habe also im strömenden Regen mein Bike 30 Minuten lang durch das abgeholzte Waldstück getragen...über meine körperliche Verfassung danach brauche ich wohl kaum zu reden. Merke also: Auch wenn man noch so viel Lust hat, zu fahren, ohne Kickstarter am Bike sollte man der Batterieanzeige im Display ruhig ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken!

Besonders erfreut war ich allerdings, als ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder beim MCC Vosswinkel war, der nun über eine kleine, aber feine Endurorunde verfügt. Auch hier bot sich also auf diversen Singletrail-Passagen, Reifenstapeln und Steinfeldern jede Menge Potential, an meiner Fahrtechnik zu arbeiten. Nach all dem Training und den Versuchen, die Hindernisse zu meistern, hatte ich das Gefühl, dass ich mit einem härteren Fahrwerk besser zurechtkommen würde. An einigen Stellen versackt das Bike einfach, was sicherlich daran liegt, dass ich in voller Montour um die 86 Kilogramm aufs Bike bringe und das Originalfahrwerk nur für um die 80 Kilogramm ausgelegt ist. Außerdem nutze ich das Bike ja für alles und auch Ausflüge auf die MX-Strecke sind gelegentlich dabei. Der erste Gedanke war also, die Federn zu tauschen. Und damit begann dann auch der Spaß. Nach einigen Recherchen und Telefonaten stand fest, dass es auf dem deutschen Aftermarket noch keine Federn für die Xtrainer gibt, man sie also in den USA bestellen muss (rund 200 $ zzgl. Versand für vorne und hinten). Das war ernüchternd, vor allem da bis zu unserer Deadline für diese Ausgabe nur noch wenige Tage blieben. Also versuchten wir herauszufinden, welche Federn in welchen Maßen original verbaut sind, um eventuell identische von Drittanbietern zu verbauen. Jedoch schlug auch dieser Versuch in der kurzen Zeit fehl, da niemand diese Information parat hatte. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als entweder auf die Federn aus den USA zurückzugreifen oder selber alles aufzuschrauben, um nachzumessen. Davon berichten wir euch dann aber in einer der nächsten Ausgaben, wenn wir zusammen mit ZAH Racing das Fahrwerk auf Vordermann gebracht haben.

Als Busty mir vom „Stuckmate“ erzählte (siehe Must-Have in dieser Ausgabe) und ich dabei an meine Eskapaden im gerodeten Waldstück dachte, wollte ich es gerne auf einen Versuch ankommen lassen. Bei der Montage stellte sich leider schnell eine gewisse Ernüchterung ein. Bei der Xtrainer sind die Gabelrohre schmaler als bei „richtigen“ Endurobikes, sodass ich den „Stuckmate“ nur mit einer gehörigen Portion Gefummel und Improvisation hätte anbringen können. Ein Satz mit X: Das war wohl nix. Aber vielleicht ist es auch besser so, denn so muss ich mich wohl oder übel auf meine Fahrtechnik verlassen und habe keinen „Rettungsanker“ im Gepäck! 

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