JEREMY SYDOW KRÖNT SEINE SAISON MIT DEM CHAMPIONATSTITEL – PACKENDES DEM-FINALE IN STREITBERG
Die Deutsche Enduro Meisterschaft ist entschieden! Beim großen Saisonfinale in Streitberg sicherte sich Jeremy Sydow neben seinem bereits feststehenden E1-Titel auch den Meistertitel im Championat.
Luca Fischeder machte in der E3 alles klar, während Leo Koch und Max Stradtner ihre Saisons mit den Meisterschaften in den Juniorenklassen J1 und J2 krönten. Der MSC Fränkische Schweiz bot den rund 240 Teilnehmern zum Saisonabschluss eine abwechslungsreiche Enduro-Veranstaltung, die sportlich wie fahrerisch einiges abverlangte.
Auch in den Mannschaftswertungen wurden die Sieger ermittelt: In der DEM setzte sich der ADAC Sachsen e.V. durch, im Deutschen Enduro Cup der ADAC Hessen-Thüringen e.V.
65 Kilometer Enduro und drei fordernde Sonderprüfungen
Der MSC Fränkische Schweiz hatte für das Finale der Deutschen Enduro Meisterschaft ganze Arbeit geleistet. Rund 65 Kilometer feinste Enduro-Strecke führten durch die Wälder und das Gelände der Fränkischen Schweiz. Dazu kamen drei Sonderprüfungen, die den Teilnehmern auf ganz unterschiedliche Weise alles abverlangten.
Den Auftakt machte ein bekannter Enduro-Test unweit des Starts in Streitberg. Ein eng gesteckter Ackerabschnitt und ein anspruchsvoller Waldteil verlangten den Teilnehmern auf einer Fahrzeit von rund acht Minuten bereits früh am Tag höchste Konzentration ab.
Anschließend wartete mit dem Bechtold Canyon ein komplett neuer Streckenabschnitt, der sich direkt bei seiner Premiere als echte Herausforderung erwies. Die knackige Auffahrt im Nadelwald wurde insbesondere in der ersten Runde für zahlreiche Teilnehmer zur Kraftprobe. Mitunter war die tatkräftige Unterstützung der zahlreichen Helfer notwendig, um die Passage zu bewältigen. Schon bei seiner ersten Austragung dürfte der Bechtold Canyon den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.
Wer diese Passage gemeistert hatte, konnte sich allerdings nicht lange ausruhen, denn die zweite Sonderprüfung stand bereits bevor. Der schnelle Ackerabschnitt mit integriertem Motocross-Streckenanteil war aus den Vorjahren bekannt und forderte die Teilnehmer über rund viereinhalb Minuten. Kaum war diese Prüfung absolviert, wartete bereits die nächste Auffahrt. Durch den Regen im Vorfeld hatte sich diese zu einem besonders anspruchsvollen Streckenabschnitt entwickelt. Während die Teilnehmer die Passage mitunter verfluchten, bot sie den Zuschauern reichlich Action mit fliegenden Motorrädern und spektakulären Szenen.
Den Abschluss des Prüfungsangebots bildete ein Enduro-Test, der zuletzt 2018 gefahren worden war. Die flüssig angelegte, schnelle Prüfung verlangte mit ihren technischen Passagen nochmals volle Konzentration.
Vom Dauerregen zum Nebelstart: Die Bedingungen in Streitberg
Die äußeren Bedingungen machten das Finale zusätzlich anspruchsvoll. Am Freitag herrschten zunächst noch sommerliche Temperaturen bei blauem Himmel und Sonnenschein. Doch pünktlich am Samstagmittag setzte starker Regen ein, der sich bis zum Rennsonntag hielt und die ohnehin anspruchsvollen Streckenabschnitte weiter erschwerte.
Als die ersten Teilnehmer am Sonntagmorgen um 8 Uhr auf die Strecke gingen, lag dichter Nebel über dem Tal. Die Sichtverhältnisse waren so schlecht, dass im Vorfeld sogar die Frage nach einer Taschenlampe aufkam. Vor allem die erste Sonderprüfung im Wald stellte die Teilnehmer zu dieser frühen Stunde vor eine zusätzliche Herausforderung.
Im Laufe des Tages besserten sich die Bedingungen jedoch zunehmend. Die Temperaturen stiegen, die Regenfront zog weiter und gegen Ende des Renntages zeigte sich sogar noch die Sonne. Damit fand die Saison der Deutschen Enduro Meisterschaft einen versöhnlichen Abschluss.
Jeremy Sydow gewinnt alle zehn Sonderprüfungen
Sportlich stand beim Finale vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Wer würde sich neben den bereits vergebenen Klassentiteln auch die Meisterschaft im Championat sichern? Jeremy Sydow hatte sich mit seinem bereits feststehenden E1-Titel eine gute Ausgangslage erarbeitet. Doch auch Luca Fischeder, frisch gekürter Meister der E3, wollte im Kampf um den Gesamtsieg noch ein Wörtchen mitreden.
Jeremy Sydow ließ von Beginn an keinen Zweifel an seinen Ambitionen aufkommen. Mit der Bestzeit im ersten Test setzte der Triumph-Werksfahrer direkt ein Ausrufezeichen. Auch im weiteren Rennverlauf blieb er das Maß der Dinge: Alle zehn Sonderprüfungen entschied er für sich. Ein fehlerfreier Renntag ohne größere Probleme brachte ihm schließlich den Sieg und damit den begehrten Titel des Deutschen Enduro Meisters im Championat.
Für Sydow ist es der krönende Abschluss einer Saison, in der er sich sportlich nochmals deutlich weiterentwickelt hat. Nach Höhen und Tiefen zu Jahresbeginn zeigte er im weiteren Saisonverlauf immer wieder Leistungen auf höchstem Niveau. Seine konstant starken Auftritte unterstrichen eindrucksvoll, welches Potenzial in ihm steckt.
Ganz beendet ist die Saison für den neuen Champion allerdings noch nicht. Anfang November steht für ihn noch der Einsatz bei der Europameisterschaft in Woltersdorf auf dem Programm, bevor es in die wohlverdiente Winterpause geht.
Luca Fischeder macht den E3-Titel perfekt
Auch Luca Fischeder durfte in Streitberg jubeln. Der Sherco-Pilot machte die Meisterschaft in der E3 endgültig perfekt und krönte damit eine starke Saison. Im Kampf um den Championatssieg konnte er Jeremy Sydow an diesem Tag allerdings nicht gefährden.
Eine falsche Kombination aus Reifen und Mousse machte Fischeder das Leben auf dem schwierigen Untergrund unnötig schwer. Besonders auf den glatten Steinen und Wurzeln fehlte ihm die nötige Traktion, um ganz vorne mitzufahren. Dank seines fahrerischen Könnens gelangen ihm dennoch solide Prüfungszeiten.
Am Ende musste er sich im Championat mit einem Rückstand von rund einer Minute und 20 Sekunden geschlagen geben. Auch wenn die Enttäuschung über den verpassten Gesamtsieg verständlich war, dürfte der zweite Meistertitel der Saison für reichlich Motivation sorgen. Nun gilt es, in der Winterpause weiterzuarbeiten und den Rückstand auf Sydow wieder zu verkürzen.
Auch Fischeder wird Anfang November in Woltersdorf antreten. Dort bietet sich ihm die Gelegenheit, seine erfolgreiche Saison mit einem weiteren Titel bei der Europameisterschaft abzurunden.
Franz Löfqvist setzt sich in der E2 durch
In der Klasse E2 setzte Franz Löfqvist zum Saisonabschluss nochmals ein Ausrufezeichen. Der schwedische Dauergast in der Deutschen Enduro Meisterschaft zeigte auf seiner Yamaha eine souveräne Leistung und sicherte sich den Klassensieg.
Mit konstant starken Zeiten setzte er sich gegen die Konkurrenz durch. Die Meisterschaft war zwar bereits in Rehna entschieden worden, doch über den Vizemeistertitel durfte sich Löfqvist umso mehr freuen. Bei seiner Zieleinfahrt wurde er von seinen Freunden und Unterstützern entsprechend lautstark empfangen.
Sein Erfolg steht zugleich für die internationale Ausrichtung der DEM, in der sich Teilnehmer aus verschiedenen Nationen willkommen fühlen und die Serie sportlich bereichern.
Leo Koch behält die Nerven und gewinnt die J1-Meisterschaft
Besonders spannend war die Ausgangslage in der Juniorenklasse J1. Leo Koch hatte sich im Saisonverlauf solide entwickelt, doch für den ganz großen Durchbruch hatte es zunächst nicht gereicht. Nach dem Ausfall seines Konkurrenten Pascal Sadecki in Rehna eröffnete sich für Koch jedoch eine große Chance im Titelkampf.
Vor dem Finale in Streitberg lag er an der Spitze der Meisterschaft. Die Rechnerei vor dem letzten Rennen war damit eröffnet, doch Koch wollte die Entscheidung lieber auf der Strecke herbeiführen. Mit einem starken zweiten Platz im Finale bewies er die nötige Nervenstärke und sicherte sich den Titel des Deutschen Juniorenmeisters der Klasse J1.
Damit belohnte sich Koch für eine konstante Saisonleistung und setzte einen gelungenen Schlusspunkt hinter ein erfolgreiches Jahr.
Max Stradtner feiert den J2-Titel beim Heimrennen
Auch Max Stradtner hatte allen Grund zur Freude. Der erst 18-jährige Bayer war mit seiner 125-Kubik-Maschine in die Saison gestartet. Nach einem Ausfall zu Beginn kämpfte er sich zurück, fuhr erste Siege ein und entwickelte sich im Saisonverlauf kontinuierlich weiter.
In Streitberg trat er erstmals mit der 250-Kubik-Maschine an und lieferte bei seinem Heimrennen ein beeindruckendes Ergebnis ab. Mit dem Sieg in der Klasse J2 sicherte er sich zugleich den Meistertitel. Ein Saisonabschluss, der kaum schöner hätte ausfallen können.
Viel Zeit, den Erfolg ausgiebig zu feiern, blieb allerdings nicht: Bereits am Montagmorgen musste Stradtner wieder um 6:30 Uhr bei der Arbeit erscheinen. Die Feier dürfte damit zwar kürzer ausgefallen sein als gewünscht, nach dieser starken Saison aber sicherlich noch nachgeholt werden.
Auch in der Mannschaftswertung der Deutschen Enduro Meisterschaft gab es Grund zum Jubeln: Die Mannschaft des ADAC Sachsen e.V. sicherte sich den Sieg und setzte damit einen weiteren sportlichen Höhepunkt zum Saisonabschluss.
Deutscher Enduro Cup: Luis Winkler gewinnt knapp vor Moritz Schüpferling
Neben der DEM war auch der Deutsche Enduro Cup in Streitberg am Start. Für die Teilnehmer des Cups steht mit dem Finale in Kempenich am kommenden Wochenende noch eine weitere Veranstaltung an, bei der die letzten Meisterschaftsentscheidungen fallen.
Den Tagessieg sicherte sich Luis Winkler. Mit konstanten Ergebnissen und Zeiten in den Top fünf setzte er sich durch und gewann sowohl die Klasse E2B als auch die Gesamtwertung des Cups. Sein engster Verfolger war Moritz Schüpferling, der lediglich vier Sekunden hinter ihm ins Ziel kam und sich zugleich den Klassensieg in der E3B sicherte.
Auf Rang drei der Cup-Gesamtwertung landete Gaststarter Leon Volland, der normalerweise in der Hard-Enduro-Weltmeisterschaft an den Start geht. Bei seinem Heimrennen nutzte er die Gelegenheit, sich im klassischen Enduro zu beweisen. Mit starken Prüfungszeiten war er lange in Schlagdistanz zum Sieg. Ein Fehler in der letzten Sonderprüfung, bei dem er sein Motorrad abwürgte, kostete jedoch wertvolle Sekunden. So blieb ihm am Ende der dritte Platz.
In der Klasse E1B belegte Jonathan Petter auf seiner Beta den vierten Rang der Cup-Gesamtwertung.
Auch in der Mannschaftswertung des Deutschen Enduro Cups fiel die Entscheidung in Streitberg: Der ADAC Hessen-Thüringen e.V. sicherte sich den Mannschaftssieg.
Eric Neubert entscheidet den Zweikampf der Jugendklasse 5 für sich
In der Jugendklasse 5 entwickelte sich ein spannender Zweikampf zwischen Eric Neubert auf seiner 125-Kubik-Fantic und Jannis Schwabe. Neubert behielt die Oberhand und sicherte sich den Sieg.
Dirk Peter und Thomas Günther ganz oben – Lisa Richter gewinnt die Damenklasse
Bei den Senioren gelang Dirk Peter nach längerer Zeit wieder der Sprung ganz nach oben auf das Podium. Das Enduro-Urgestein spielte seine Erfahrung aus und sicherte sich den Klassensieg. Bei den Supersenioren setzte sich Thomas Günther durch.
Auch Sirko Bühnemann sammelte wichtige Punkte für die Meisterschaft. Nachdem eine defekte Batterie seines Transporters für zusätzliche Schwierigkeiten gesorgt hatte, musste er auf die Besichtigung der Sonderprüfungen verzichten. Stattdessen nutzte er am Vorabend das online verfügbare Streckenvideo zur Vorbereitung. Das zahlte sich aus: Mit Platz zwei in der Seniorenklasse hielt er sich im Titelkampf weiterhin aussichtsreich im Rennen.
Die schnellste Dame des Tages war Lisa Richter. Sie absolvierte ein fehlerfreies Rennen und gewann die Damenklasse. Gerade die schwierigen Bedingungen und das anspruchsvolle Gelände verlangten den Teilnehmerinnen einiges ab. Umso höher ist diese Leistung einzuschätzen.
Ein gelungener Saisonabschluss in der Fränkischen Schweiz
Mit dem Finale in Streitberg endet eine ereignisreiche Saison der Deutschen Enduro Meisterschaft. Der MSC Fränkische Schweiz hat mit einer abwechslungsreichen Runde, drei fordernden Sonderprüfungen und dem Einsatz zahlreicher Helfer eine Veranstaltung auf die Beine gestellt, die den Teilnehmern zum Saisonabschluss nochmals alles abverlangte.
Ein besonderer Dank gilt dem gesamten Organisationsteam, den Streckenposten, Helfern und allen weiteren Beteiligten, die mit ihrem Engagement dieses Finale ermöglicht haben.
Während die DEM damit ihre Meister gefunden hat, geht es für den Deutschen Enduro Cup bereits am kommenden Wochenende in Kempenich weiter. In der Eifel fallen die letzten Entscheidungen der Cup-Saison.
Herzlichen Glückwunsch an alle Meister und Platzierten sowie vielen Dank an alle Vereine, Helfer, Teilnehmer und Unterstützer für eine spannende Enduro-Saison 2026!
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