Ausgabe #52

Ausgabe #52

Hallo liebe Freunde des Dirtbiker Magazine!
ab Freitag, dem 19. Juli 2019 im Handel, steht unsere Dirtbiker Magazine Ausgabe #52(8/2019) im Handel, in der wir euch wieder mit einer vielseitigen Mischung feinster Dirtbike-Themen versorgen.

News

MITTENDRIN IN TEUTSCHENTHAL...

Mittendrin in Teutschenthal statt nur dabei! So haben wir den MXGP erlebt: geile Fans, Pechvogel Max und tolle Fights mit den Weltmeistern der deutschsprachigen Jungs.

Ein absolutes Highlight im Terminkalender ist für mich der deutsche MXGP in Teutschenthal. Schon als ich selbst noch meine MX-Runden im Pokal, der DM und Inter-DM, den heutigen ADAC MX Masters, drehte, übte die Strecke im Talkessel ihre Faszination auf mich aus. Ich erinnere mich noch genau als ich damals das erste Mal auf den Weg zum Fahrerlager bog: die Fans strömten bereits um sieben Uhr morgens mit Klappstühlen und Verpflegungspaketen bepackt zur Strecke. Und bis heute hat sich nichts daran geändert, dass Teutschenthal tausende echter MX-Fans schon am Morgen an die Strecke lockt. Um das Gefühl wieder besser zu erleben, beschloss ich in diesem Jahr wieder ein Fan zu sein, soweit mich meine Pressefuzzi-Verpflichtungen das liessen. Schritt eins: statt wie in den letzten Jahren im Hotel zu übernachten, packte ich ein Feldbett, eine Gymnastikmatratze und meinen Schlafsack als Nachtlager in den Minivan.

Back to the roots: Chefredakteur Busty bevorzugte das Auto statt eines Hotels als Schlafplatz

Ich kam erst am späten Samstag an, da erfuhr ich direkt die schlechten Nachrichten für alle deutschen Fans: unser Red-Plate-Holder Max Nagl hatte sich im Quali-Rennen verletzt und könne nicht mehr fahren. Verdammt! Der arme Max, die Saison lief doch so super für ihn und nach all den Entbehrungen und Rückschlägen war er so nah dran wie noch nie am WM-Titel. Allerdings muss man sagen: that’s racing. Doch wir hatten immerhin noch weitere deutschsprachige Jungs und Mädels in denvielen Rennklassen am Start.

Max Nagl musste leider frühzeitig die Segel streichen

Nach ein paar geschäftlichen Gesprächen mutierte ich zum Fan. Beim zurück schlendern zum Auto traf ich meinen alten Weggefährten Sebastian Paasch grillend an dessen Wohnmobil und nahm die Einladung dazu zu stoßen gerne an. Den ganzen Abend verbrachten wir damit über alte Zeiten zu reden, die laufende MXGP-Saison zu diskutieren und nervten KRT Mechaniker Jörg Pyka mit der Frage, die ihn jeder stellt: was ist denn mit Villopoto und wird er überhaupt noch ein MXGP Rennen fahren? Doch Jörg zuckte nur nichtssagend mit den Schultern.

Wir finden Jordi Tixier super ;-)

Zu späterer Stunde wurden die Kettensägen nach und nach abgestellt, sicherlich auch um den in der Living Area nächtigenden GP-Fahrern die nötige Bettruhe zu verleihen. Ich kroch in meinen Transporter, baute das Bett auf und fand es viel geiler den Abend so verbracht zu haben und im Auto zu pennen als kurz nach dem letzten Qualirennen ins Hotel zu düsen.Unsere Gespräche wurden nicht nachlassend von auf Hochtouren drehenden Kettensägen auf dem Campingplatz begleitet. Wir fragten uns: „war das früher auch schon so?“ Auf keinen Fall! Doch das MXON 2013 hat wohl seine Spuren bei den deutschen MX-Fans hinterlassen. Generell hat sich das Bild der Fans in den letzten Jahren geändert und ich würde fast sagen, dass neben den treuen alten Fans inzwischen viele Leute das Rennen als Happening wahrnehmen, ähnlich wie ein Musikfestival, bei dem man mehrere Tage campt und eine gute Zeit hat. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, mag ich gar nicht bewerten, dem einen gefällt es sehr, der andere stört sich etwas an dem neuen Troubel. Doch es ist genügend Platz, dass jeder sein Plätzchen finden kann und generell finde ich: je mehr Zuschauer ein MX Rennen anziehen kann, desto besser für uns.

Nächster Morgen, um 8.30 Uhr wecken mich die Stimmen von den Streckensprechern Tommi Deitenbach und Hartmut Kunkel über die Lautsprecher, denn die Damen der WMX drehten bereits ihre Warmup Runden. Man, hatte ich gut geschlafen! Natürlich hatte ich mir keinerlei Proviant für das Rennwochenende eingepackt, doch Frühstück war kein Problem, denn der Bäckerei-Wagen im Fahrerlager hatte alles, was man so brauchte. Nachdem ich mich mit belegtem Brötchen, „Moto„-Croissant und gekochtem Ei eingedeckt hatte, zog ich mich zurück ins Auto und studierte das Programmheft.

Roger De Coster outete sich als Teutschenthal-Fan

Leider verpasste ich aufgrund einiger Gespräche im Fahrerlager den zweiten Lauf der WMX, doch vernahm freudig über die Lautsprecher, dass Steffi Laier es auf den dritten Platz im zweiten Mädels-Lauf und damit auch auf den dritten Podestplatz in der Tageswertung hinter den beiden WMX-Kampfhennen Livia Lancelot und Kiara Fontanesi geschafft hatte. Zwar hatte ich Steffis Fahrt verpasst, dafür aber „The Man“, die lebende Legende Roger De Coster gesichtet, der es sich nicht nehmen liess den deutschen MXGP zu besuchen! Nicht nur ich dachte laut „hey, das ist doch… ja tatsächlich, der Roger De Coster!“ Im Fahrerlager wimmelte es inzwischen an Fans, Fahrern und Teammitgliedern.

Als dann die Rennen los gingen, machte das Teutschenthaler Publikum seinem Ruf wieder alle Ehre und sorgte für fabelhafte Stimmung. Natürlich war es sehr schade, dass Max Nagl nicht am Start sein konnte, doch das tat der guten Laune ebenso wenig Abbruch wie die Tatsache, dass Jeffrey Herlings sich nach wenigen Runden das Schlüsselbein im ersten Rennen brach und MXGP König Tony Cairoli ebenfalls mit einer Hand- und Ellenbogenverletzung nur Schadensbegrenzung betreiben konnte statt wie gewohnt die Fans mit seiner MX-Zauberei zu beglücken. Die Rennen waren dennoch spannend und unterhaltsam. Und die deutschen, österreichischen und schweizer Fahrer taten ihr übriges dazu, die Fans bei Laune zu halten.

Henry Jacobi zeigt Weltmeister Tixier wie man ordentlich scrubbt

In der MX2 Klasse bestätigte der Schweizer Valentin Guillod weiterhin seine tolle Form und und fuhr sich mit einem zweiten und fünften Platz auf das Tagespodium der MX2 Klasse. Dort hätte sich auch sein Landsmann Jeremy Seewer finden können, hätte er im ersten Lauf nicht einen kleinen aber kostbaren Fehler gemacht. In Lauf zwei fuhr er seine Werks-Suzuki dann aber souverän auf Platz drei. Henry Jacobi und Pascal Rauchenecker lieferten sich im ersten Renen eine Weile ein sehenswertes Duell, bei dem der Österreicher am Ende die Nase vorne hatte, doch Sarholz KTM Rider Henry Jacobi durfte das erste Top Ten Resultat seiner MX2 WM Karriere feiern, sozusagen das Geburtstagsgeschenk an seinen Papa. Henry wiederholte das Ergebnis im zweiten Lauf, in dem er sich eine Weile mit dem amtierenden Weltmeister Jordi Tixier duellierte, und landete so sogar unter dem frenetischen Jubel der deutschen Fans auf dem zehnten Tagesplatz, dahinter direkt Rauchenecker, ein toller Erfolg für unsere Jungs!

Max Anstieg gewann den zweiten MX2 Lauf

In der MXGP Klasse nutzte der Klassen-Rookie Romain Febvre erneut aus, dass Tony Cairoli angeschlagen ist und Max Nagl zumindest für den deutschen GP raus war und holte sich den dritten Gesamtsieg in Folge, knapp dahinter Gautier Paulin. Mit Kevin Strijbos, Jeremy Van Horebeek und Evgeny Bobryshev hatten gleich drei Fahrer die gleiche Punktanzahl für den dritten Tagesplatz gesammelt, Strijbos erhielt aufgrund des besten Resultats im zweiten Umgang die Ehre aufs Podest zu steigen. Mit Dennis Ullrich und Angus Heidecke gab es zwei deutsche Starter, Lukas Neurauter hielt die österreichische Flagge hoch, und wie er das tat! Im ersten Rennen duellierte er sich rundenlang mit dem amtierenden Weltmeister, auch wenn der angeschlagen war.

Ungewohntes Duell: Neurauter gegen Cairoli

Doch Cairoli bewies im zweiten Rennen mit dem Holeshot und dem sechsten Platz, dass er schon noch flott unterwegs ist, trotz gebrochener Hand. Während bei Dennis Ullrich in der Weltmeisterschaft nach wie vor irgendwie der Wurm drin steckt und er zwei WM-Zähler erfuhr, trumpfte Angus Heidecke auf und sammelte mit zwei konstanten Läufen neun WM-Zähler, wofür er zwei Plätze hinter Neurauter auf dem 17. Tagesrang landete.

Angus Heidecke kämpfte mit Todd Waters und sammelte einige WM-Zähler

Teutschenthal war mal wieder ein Erlebnis. Die Strecke im Talkessel bietet einen einen guten Überblick, so dass man viel vom Rennverlauf mitbekommt, die Stimmung ist super und auch das Drumherum passt gut. Wenn ihr noch nie zu einem MXGP dort wart, dann solltet ihr euch nächstes Jahr den Termin einplanen. Und wenn wir schon von Planung sprechen: im Rahmen der Veranstaltung gab es Gespräche, dass das Motocross der Nationen eventuell 2018 wieder in den Talkessel zurück kehrt. Das wäre doch was!

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