Ausgabe #59

Ausgabe #59

Dirtbiker Magazine #59
Ab 20. Januar 2020 im Handel
Hallo liebe Freunde des Dirtbiker Magazine!
ab Donnerstag, dem 20. Februar 2020 im Handel, steht unsere Dirtbiker Magazine Ausgabe #59(3/2020) im Handel, in der wir euch wieder mit einer vielseitigen Mischung feinster Dirtbike-Themen versorgen.

News

SHERCO 2016

Bei hochsommerlichen Temperaturen präsentierte Sherco im südfranzösischen Alés ihre neuen Enduro Motorräder. Dabei wurde neben der lang angekündigten 450er vor allem Wert auf Detailarbeit gelegt, um bekannte Problemchen der bisherigen Maschinen zu eliminieren.

Um sich vor allem in der Qualität und Zuverlässigkeit zu steigern, hat man die Ärmel hochgekrempelt und versucht alle auftretenden Schwachstellen der 2015er Modelljahrgangs zu beheben, was wiederum dazu geführt hat, dass man die gut funktionierenden Elemente wie die Rahmen, Fahrwerke und Bremsen unverändert gelassen hat. Das Rahmenheck der Zwei- und Viertaktmodelle wurde verstärkt, die Kabel sind nun besser integriert und man hat nun direkten Zugang mit dem Diagnose-Werkzeug statt wie bisher den Tank abnehmen zu müssen, um es mit der Maschine zu verbinden. Der vordere Kotflügel ist nun stabiler und wird mit zwei Schrauben vorne an der unteren Gabelbrücke befestigt.Und zu guter letzt sind nun Dual Compound Handschalen montiert, deren blauer Teil flexibler ist und dank Memory Effekt auch nach einem Sturz in seine ursprüngliche Form zurückkehrt.

Die Viertaktmodelle können sich alle über das neue Keyless Zündsystem freuen, wodurch vor allem vermieden wird, dass sich die Batterie unbeabsichtigt entlädt, da sich die Zündung im Stillstand automatisch nach einer Weile abschaltet. Im Luftfilterkasten wurde aufgeräumt und die Kabelführung besser integriert, wodurch die Kabel besser geschützt sind und man leichteren Zugang zum Luftfilter erhält um diesen besser wechseln zu können. Der gesamte Kabelstrang wurde trotzt verstärkter Kabel insgesamt leichter und die Kontaktstellen wurden nun besser verlötet. Ebenfalls verbessert wurde das Wasserpumpensystem, das mit einer neuen Beschichtung der Welle sowie besserer Dichtung nun auch in extremer Hitze besser funktioniert.

Der Neuzugang im Serien-Aufgebot der Franzosen ist die 450 SEF-R, deren Motorenproduktion für die Serie letzte Woche gestartet ist, nachdem sie bereits für die aktuelle Saison angekündigt war. Das Ziel war es einen kompakten Motor mit vielen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu kreieren, was unter anderem durch Dual Overhead Cams möglich wurde. Der erste Fahreindruck der 450er war solide. Das Motorrad entwickelt angenehm seine Leistung, auf dem harten, staubigen und rutschigen Boden des Testgeländes fühlte ich mich mit der soften Leistungskurve wohler und brachte die Traktion besser auf den Boden. Genau dazu ist der Leistungsschalter an allen Modellen vorhanden. Im Vergleich zum restlichen Modellpalette fühlt sich die 450er naturgemäß am schwersten an, vermittelt dabei aber ein etwas altbackenes Gefühl im Handling. Es bleibt abzuwarten, wie sie sich auf anderen Strecken und im direkten Vergleich zu anderen Marken verhält.

An den bereits bestehenden Modellen 250 und 300 SEF-R wurde fleissig weiter getüftelt. So gibt es für 2016 einen neuen Zylinder mit neuer Geometrie. Dünnere Wände und mehr Wasservolumen im Zylinder sollen die Haltbarkeit, Leistung und Lebensdauer erhöhen und konstantere Performance auch in heißen Bedingungen liefern. Im Getriebe wurden der zweite, dritte und vierte Gang mit neuen Getriebezahnrädern mehr mechanischen Widerstand bieten und auch die Schaltklauen werden aus stärkerem Material gefertigt, um weichere Schaltvorgänge bei Vollast zu erledigen. Vor allem im harten Einsatz auf MX Prüfungen und im Sand soll sich die Zuverlässigkeit des Getriebes nun erhöhen. Das Mapping der Einspritzung wurde vor allem mit Fokus für bessere Leistung und geringeren Benzinverbrauch optimiert. Die 300 SEF-R erhielt zudem einen neuen Einspritzkörper, um schneller in die Leerlaufdrehzahl zurückzukehren, die um 100 Umdrehungen gesenkt werden konnte. Der Gaszug ist nun besser in den Rahmen integriert verlegt. Sowohl die 250er als auch 300er SEF-R konnten im ersten Fahreindruck mit einem super Handling und guter Motorleistung voll überzeugen und machten unheimlich Spaß. Die 300er besitzt dabei etwas mehr Drehmoment und Spitzenleistung und lässt sich dabei vielseitig fahren. Egal ob frühe Schaltvorgänge oder hohe Drehzahlen, sie liefert immer überzeugende Leistung ab. Sie ist übrigens leichter als ihre Zweitaktschwester mit gleichem Hubraum, was sie zur echten Waffe auch im extremen Enduroeinsatz macht.

Auch die Zweitakt-Modelle genossen starke Aufmerksamkeit der Ingenieure. Ein neuer Zylinderkopf im Druckgussverfahren soll für mehr Steifigkeit des Brennraums sorgen, was zu einer besseren Performance und Haltbarkeit führen soll. Die Auslasssteuerung erhielt für die niedrigen Drehzahlen optimierte Steuerzeiten und wurde besser abgedichtet, was für weniger Wartungsaufwand und direkterem Ansprechverhalten sorgen soll. Für geringere Emissionen wurde der Ölschlauch aus dem Auslassdeckel entfernt. Eine optimierte Zündung verbessert das Startverhalten und mehr Durchzug der Motoren bei besserer Traktion auf rutschigen Untergründen. Die Leistungskurve bei der soften Zündkurvenstellung wurde nach vielen Tests mit Matti Seistola optimiert und verläuft nun bereits bei deutlich niedrigeren Drehzahlen eigenständig und sanfter als noch im Vorjahresmodell, bei dem im Prinzip bei 6.500 Umdrehungen nur die Leistung gekappt wurde. Im Getriebe wurden vor allem die Zahnräder der Gangwähler sowie deren Pins, die nun nicht mehr herausfallen können, überarbeitet, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Auch bei den Zweitaktern wurde das Wasserpumensystem verbessert, dabei wurden jedoch nicht exakt die gleichen Änderungen wie bei den Viertaktern vorgenommen, da die Hitzebelastung bei den Zweitaktern geringer ist. Die Schalldämpfer sind nun 8% leichter und werden mit anderer Schalldämmwolle befüllt. Die Platzierung des Benzinhahns wurde leicht geändert, damit er nun besser zugänglich ist, dennoch ist er weiterhin recht versteckt mittig unter dem Tank.


Die 300 SE-R besitzt nun einen Guss-Kolben mit flachem Kopf und neuem Design, um vor allem bei niedrigem Tempo für besseres Ansprechverhalten zu sorgen. Das neue Profil sorgt zudem für eine bessere Balance des Kolbens im Zylinder und geringere Geräusche. Im Brennraum wurde für besseren Fluss des Gemischs gesorgt, was ebenfalls zu verbesserter Leistung und erhöhter Lebensdauer führen soll.

Im ersten Fahreindruck taten sich die Zwietakter auf dem harten, rutschigen Untergrund natürlich etwas schwerer als die traktionsfreudigen Viertakter und auch hier war an dem Testtag eher die softe Zündkurveneinstellung gefragt. Sowohl die 250er als auch 300er überzeugen mit sehr gutem Handling und einem gleichmässigen Durchzug der Triebwerke. Erwartungsgemäß besitzt die 300er etwas mehr Drehmoment.

Mehr Infos sowie technische Daten gibt es unter www.sherco.com.

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