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GIBSON ENDURO REIFEN IM DAUEREINSATZ

Bei Reifen gehen die Meinungen im Fahrerlager gerne mal auseinander. Der eine schwört auf genau diesen einen Reifen, der andere würde ihn niemals fahren. Und beim Enduro wird die Sache nicht einfacher: Wie weich soll die Stolle sein? Welches Profil funktioniert? Wie hart ist die Karkasse? Und für welchen Untergrund ist der Reifen eigentlich gemacht?

Redakteur Anton Tyll testete die neuen Gibson Enduro Reifen, den TECH 1.1 F.I.M. Enduro Vorderreifen und am Hinterrad den TECH 6.2 F.I.M. Enduro, auf unterschiedlichsten Bodenverhältnissen und den daraus resultierenden Anforderungen an die Reifen, sowohl im Alltagseinsatz als auch im fortlaufenden Einsatz bei Rennen.

Test

Für den Test der neuen Gibson FIM Enduroreifen habe ich mir einen richtigen „Hobby-Test“ vorgenommen. Ich wollte die Reifen so testen, wie sie vermutlich auch die meisten Leserinnen und Leser tatsächlich nutzen würden. Dabei habe ich mich auf drei einfache Kriterien konzentriert: Montage, Grip auf verschiedenen Untergründen und Haltbarkeit.

Genauso wichtig war mir, die Reifen unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen. Ein bisschen Motocross und eine Runde im Wald reichten mir dafür nicht. Also habe ich die Reifen kurzerhand zum ECHT Endurocup mitgenommen. Die Frage: Können sie bei unterschiedlichen Endurorennen ihre Vielseitigkeit beweisen und überzeugen?

Montage

Der Hinterreifen ließ sich problemlos montieren, und auch die Karkasse machte direkt einen guten Eindruck: nicht zu weich, sodass das Mousse sauber in Position bleibt, aber auch nicht zu hart, damit sich der Reifen weiterhin gut an den Untergrund anpassen kann. Das i-Tüpfelchen: Trotz des weichen Mousse setzte sich der Hinterreifen direkt sauber auf die Felge. Druckluft? Nicht nötig!

Beim Vorderreifen probierte ich es zunächst mit einem wirklich sehr alten Mousse. Damit wollte sich der Reifen allerdings nicht direkt sauber ins Felgenbett setzen. Also nochmal runter damit, ein neues Mousse rein und zack: Alles saß da, wo es hingehört.

Unterm Strich ein gutes Ergebnis. Vor allem der Hinterreifen konnte bei der Montage richtig punkten.

Juli: Trstenice, Tschechien

Im Juli ging es für mich zum ECHT Endurocup nach Tschechien. Am Samstag standen zunächst vier Stunden Endurosprint mit typischen Sonderprüfungen auf dem Programm, gefolgt von drei Stunden Cross Country im Team. Am Sonntag kamen nochmal drei Stunden Cross Country alleine dazu. Insgesamt also mehr als acht Betriebsstunden an einem Wochenende.

Vor dem Start nahm ich die Stollen des Hinterreifens noch einmal genauer unter die Lupe: FIM-typisch nicht besonders hoch und mit dem bloßen Finger relativ leicht zu bewegen, ohne sich dabei verdrehen zu lassen. Mein erster Eindruck: Die Mischung liegt irgendwo zwischen einem typischen „Medium“- und „Soft“-Reifen. Also ab aufs Motorrad!

Dass sich ein frischer Reifen mit ordentlich Kante erst einmal gut fährt, muss ich wohl niemandem erzählen. Besonders auf dem sandigen und von unzähligen Wurzeln durchzogenen Waldboden in Tschechien hatte ich aber jederzeit richtig guten Grip.

Spannender wurde es am Nachmittag, als der Regen einsetzte. Im Wald weiterhin kein Problem, auf den offenen Teilen der Strecke und der harten Motocross-Piste wurde es dagegen ordentlich rutschig. Trotzdem fühlte ich mich auch hier jederzeit sicher auf dem Reifen.

Auch in den technischeren Passagen machte der Hinterreifen einen guten Eindruck. Ein Baumstamm am Ende eines komplett ausgefahrenen Hangs macht grundsätzlich Spaß, aber vielleicht nicht unbedingt am Ende einer Sonderprüfung. Trotzdem hatte ich immer guten Schub und kam sauber hoch.

Am Sonntag kam dann auch der neue Vorderreifen zum Einsatz. Am Vortag hatte ich noch Gibsons Vorgängermodell, den Tech 8.1, montiert. Die Mischung empfand ich ähnlich wie beim Hinterreifen. Die Stollen sind etwas schmaler und stehen weiter auseinander als beim Vorgänger. Der erste Fahreindruck: eine solide Spur und gute Führung in Kurven, gerade im sandigen Wald deutlich spürbar.

August: Lauchhammer, Deutschland

Die Strecke war eng, der Boden hart und trocken und an langsamen Hindernissen wurde definitiv nicht gespart. Für Fahrer, die gerne Hardpack fahren, vermutlich genau das Richtige. Für mich eher eine Schlitterpartie. Gerade mit der großen 450er sind solche Bedingungen nicht unbedingt meine Stärke. Mein wichtigstes Kriterium für diesen Tag war deshalb: Der Reifen muss mir Vertrauen geben.

Um ehrlich zu sein, spielt der Hinterreifen für mich auf so hartem Boden eher eine Nebenrolle. Viel wichtiger ist, dass die Front beim Bremsen stabil bleibt und nicht plötzlich wegrutscht. Und genau das tat sie: Der Vorderreifen ankerte jederzeit richtig gut und gab mir Kontrolle – auch bei den Hindernissen.

Am Ende kamen weitere 8,5 Stunden auf die Reifen, insgesamt standen damit mittlerweile rund 17 Betriebsstunden auf der Uhr. Natürlich sah man das dem Hinterreifen inzwischen an, insgesamt war er aber noch in einem absolut akzeptablen Zustand.

Besonders positiv fiel mir die gleichmäßige Abnutzung der hinteren Stollen auf. Sowohl die Vorderkante beim Beschleunigen als auch die Hinterkante beim Bremsen nutzten sich ziemlich gleichmäßig ab. Bei vergleichbaren Mischungen anderer Hersteller hatte ich häufiger das Problem, dass vor allem die Vorderkante deutlich schneller verschleißt und man irgendwann dazu neigt, den Reifen zu drehen. Hier nicht. Für mich als Hobbyfahrer definitiv ein Pluspunkt!

August: Knin, Kroatien

Gerade beim Vorderreifen ist mir Langlebigkeit wichtig, denn den fahre ich am liebsten möglichst lange und auf den unterschiedlichsten Böden. Also habe ich den Tech 1.1 kurzerhand mit zu einer Rally nach Kroatien genommen.

Was soll ich sagen: Der Reifen hat alles mitgemacht. Abertausende Steine, Geröll, langsame Passagen im Wald und schnelle Etappen mit bis zu 150 km/h. Egal was kam, der Reifen hat mich immer sicher durchgebracht.

Nach zwei Endurorennen, vier Rally-Tagen und insgesamt über 30 Betriebsstunden fing er schließlich langsam an, die ersten Stollen zu verlieren. Für mich ein mega Ergebnis und definitiv ein würdiger Zeitpunkt, den Reifen in den Ruhestand zu schicken.

September: Döbritz Deutschland

Der Saisonabschluss des ECHT Endurocups war noch einmal eine Nummer für sich. Das Gelände in Döbritz hatte mit vielen Auf- und Abfahrten, unzähligen Hindernissen und jeder Menge Steinen nochmal richtiges Enduro zu bieten.

Ich muss zugeben, dass ich vor dem Rennen etwas skeptisch war. Die Stollen des Tech 6.2 FIM am Hinterrad waren mittlerweile schon ordentlich abgefahren, sodass ich zur Sicherheit einen frischen Reifen mitgenommen hatte. Am Ende blieb der alte aber drauf. Die Medium-Mischung machte auch beim letzten Rennen der Saison noch einen richtig guten Job, selbst bei teilweise nassen und entsprechend rutschigen Bedingungen konnte der Reifen noch einmal überzeugen.

Als Krönung konnte ich die ECHT-Cup-Saison in der E2-Wertung auf Platz 3 abschließen, sowohl im Endurosprint als auch im Cross Country. Für mich ein großer Erfolg und ein richtig schöner Abschluss der Saison.

Fazit

Grip: 10/10
Echte Allzweckwaffen. Harter oder weicher Boden, Hindernisse oder Steine: Die große Stärke der Reifen liegt für mich im klassischen Enduro-Einsatz.

Haltbarkeit: 08/10
Der Hinterreifen hielt etwa 25 Betriebsstunden, der Vorderreifen fast 35 und das bei durchgehend gutem Grip. Für mich als Hobbyfahrer ist es ein enormer Komfort zu wissen, dass ich auch mit einem bereits angefahrenen Reifen bei einem Rennen noch richtig Gas geben kann.

Warum keine 10 Punkte? Weil andere, in der Regel härtere Mischungen am Hinterrad noch länger halten können. Das geht dann allerdings meist auf Kosten des Grip.

Montage: 8/10
Einfache und unkomplizierte Montage. Vor allem der Hinterreifen punktet mit einer guten Passform, auch bei weichem Mousse.

Gibson Tech 6.2 F.I.M. (Hinterreifen):
Sowohl auf weichem als auch auf hartem Untergrund hat der Reifen ordentlich Grip geboten. Für Hindernisse und Steine ist die Mischung weich genug. Gleichzeitig sind Karkasse und Mischung nicht zu weich, sodass der Reifen auch bei höheren Geschwindigkeiten (z.B. auf einer Sonderprüfung) ein sicheres Gefühl vermittelt. Besonders überzeugt hat mich die Vielseitigkeit des Hinterreifens.

Gibson Tech 1.1 F.I.M. (Vorderreifen)
Vom technischen Enduro in Döbritz bis zur schnellen Rally in Kroatien kann man einen Vorderreifen wohl kaum vielseitiger testen. Besonders überzeugt haben mich der stabile Grip beim Bremsen, auch auf rutschigem Untergrund, die Haltbarkeit und die Spurtreue. Über 30 Betriebsstunden auf unterschiedlichsten Böden sind für mich ein richtig starkes Ergebnis.

Die Reifen haben für mich genau das geliefert, was ich von einem guten Enduroreifen mit Medium-Mischung erwarte: unkomplizierte Montage, verlässlichen Grip auf unterschiedlichsten Böden und eine starke Haltbarkeit.

Jan Heller von Gibson fragte mich, ob ich die Reifen auch selbst kaufen würde. Meine Antwort: Ja. Gerade dann, wenn ich einen vielseitigen Enduroreifen suche, auf den ich mich bei unterschiedlichsten Bedingungen sorgenfrei verlassen kann.

Zum Schluss natürlich noch ein großes Dankeschön an den ECHT Endurocup für eine großartige Saison und jede Menge Möglichkeiten, die Reifen wirklich auf Herz und Nieren zu testen!

Weitere Informationen zu den neuen Gibson Enduro Reifen

GIBSON 1.1 F.I.M. ENDURO - Maximale Kontrolle auf jedem Untergrund

GIBSON 6.2 F.I.M. ENDURO - Der Alleskönner - Maximale Traktion, absolute Kontrolle

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