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ANSPRUCHSVOLLE BEDINGUNGEN, INTENSIVE ZWEIKÄMPFE UND ERNEUT EIN STARKER JEREMY SYDOW BEIM SPRINT-ENDURO IN SACHSEN

Nach einem bereits starken Autakt am Samstag ging es am Sonntag in Meltewitz in den zweiten und entscheidenden Renntag des Sprint-Enduro-Wochenendes. Und wie bereits angekündigt, hielt der Wetterbericht diesmal sein Versprechen. Fahrer, Teams und Zuschauer wurden am Morgen mit Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und blauem Himmel begrüßt. Die Bedingungen wirkten auf den ersten Blick nahezu perfekt – doch jeder im Fahrerlager wusste bereits vor dem Start: Einfach würde dieser zweite Renntag definitiv nicht werden.

Denn auch wenn die kurze Sprint-Enduro-Runde am Samstag noch hervorragende Bedingungen bot, hatte die Strecke über den ersten Tag deutlich gelitten. Tiefe Spurrillen, harte Bremskanten und immer größere Beschleunigungswellen machten die Sonderprüfungen noch anspruchsvoller und körperlich deutlich anstrengender. Besonders die mittlerweile komplett ausgefahrenen Linien forderten von den Fahrern höchste Konzentration und sorgten dafür, dass sich schnell zeigte, wer im Winter nicht nur fahrerisch, sondern auch konditionell seine Hausaufgaben gemacht hatte.

Erneut warteten fünf Runden auf das Fahrerfeld der Deutschen Enduro Meisterschaft und des Deutschen Enduro Cups. Durch die schwieriger gewordenen Bedingungen war diesmal nicht nur reine Geschwindigkeit gefragt. Wer vorne mitfahren wollte, musste gleichzeitig sauber, clever und möglichst fehlerfrei durch die Prüfungen kommen.

Koßak vs. PeHer – ein Enduro-Cup-Duell auf höchstem Niveau

Wie bereits am Samstag eröffnete der Deutsche Enduro Cup den Renntag – und erneut entwickelte sich dort einer der spannendsten Zweikämpfe des gesamten Wochenendes. Nachdem sich Janik Koßak am ersten Tag noch knapp den Sieg sichern konnte, machte Jonathan Petter bereits am Samstagabend klar, dass er am Sonntag zurückschlagen wollte. Und genau das setzte der junge E1B-Pilot eindrucksvoll um.

Von Beginn an präsentierte sich Jonathan extrem konzentriert und vor allem deutlich konstanter über den gesamten Tag hinweg. Während sich die Sonderprüfungen immer weiter ausfuhren und die Bedingungen zunehmend schwieriger wurden, blieb er ruhig und kontrolliert. Besonders in den letzten Prüfungen konnte er das Tempo nochmals anziehen und setzte genau dann die entscheidenden Bestzeiten.

Janik hielt erneut stark dagegen und zeigte auch am zweiten Tag, warum er aktuell zu den schnellsten Fahrern im Deutschen Enduro Cup gehört. Besonders im langen Enduro-Test konnte er immer wieder Zeit gutmachen und hielt den Kampf um den Tagessieg bis zur letzten Sonderprüfung offen.

Erst im finalen Test fiel die Entscheidung. Jonathan setzte dort noch einmal eine starke Schlusszeit und sicherte sich am Ende mit sieben Sekunden Vorsprung den Tagessieg im Deutschen Enduro Cup sowie gleichzeitig den Sieg in der Klasse E1B vor Janik Koßack.

Bemerkenswert war dabei vor allem die Intensität des Duells. Beide jungen Fahrer bewegten sich über den gesamten Tag hinweg auf extrem hohem Niveau und lieferten sich ein echtes Sprint-Enduro-Duell bis zum Schluss. Genau solche Zweikämpfe zeigen aktuell eindrucksvoll, wie stark die Nachwuchsfahrer im Deutschen Enduro Cup unterwegs sind.

Wie bereits am Samstag komplettierte Paul Hempel das Podium. Der E3B-Pilot zeigte erneut eine starke Leistung und hielt sich trotz der schwieriger werdenden Bedingungen konstant in den Top Drei. Zwar betrug der Rückstand am Ende rund 50 Sekunden, heruntergerechnet auf die insgesamt zehn gefahrenen Sonderprüfungen fehlten ihm allerdings pro Test nur wenige Sekunden auf die beiden Spitzenfahrer. Genau dort sieht Hempel selbst auch den Ansatzpunkt für die kommenden Wochen. Über die kurze Pause bis zum nächsten Lauf möchte er weiter an seiner Geschwindigkeit arbeiten, um den Abstand auf die zwei vorderen weiter zu verkleinern.

Eine starke Vorstellung lieferte auch Klaas Michaelsen ab. Der junge Fantic-Pilot fuhr mit seiner 125er auf einen beeindruckenden siebten Platz im Championat des Deutschen Enduro Cups und wurde damit bester Jugendfahrer des Wochenendes. Besonders bemerkenswert war dabei sein enormes Tempo in einzelnen Prüfungen. Allerdings zeigte sich bei ihm auch noch die fehlende Konstanz. Seine Zeiten schwankten teilweise deutlich zwischen einzelnen Tests – von absoluten Topzeiten bis hin zu kleineren Fehlern war alles dabei. Genau daran möchte der Nachwuchsfahrer bis zu den nächsten Veranstaltungen arbeiten, denn das Potenzial für Ergebnisse ganz vorne ist definitiv vorhanden.

Starke Frauenbeteiligung und Premiere für den EJC Ost im Rahmen der DEM

Großen Respekt verdienten sich am Vormittag außerdem die vier Damen Vanessa Danz, Hedi Baum, Lisa Richter und Celine Heistermann, die sich trotz der anspruchsvollen Bedingungen den Herausforderungen in ihren jeweiligen Klassen stellten. Besonders Vanessa Danz zeigte dabei erneut ihre Klasse und war an beiden Tagen die schnellste Dame im Feld. Die ehemalige Deutsche Meisterin kämpfte sich souverän durch die ausgefahrenen Sonderprüfungen und bestätigte einmal mehr ihre große Erfahrung im Endurosport.

Ebenfalls ein schöner Bestandteil des Wochenendes war der EJC Ost, der erstmals im Rahmen der Deutschen Enduro Meisterschaft mit an den Start ging und damit dem deutschen Enduro-Nachwuchs eine große Bühne bot. Natürlich lief am Samstag organisatorisch noch nicht alles komplett reibungslos, doch gerade am Sonntag funktionierte der Ablauf deutlich besser und zeigte, wie viel Potenzial in diesem Konzept steckt. 

Besonders die stark besetzte 125er-Klasse machte dabei Lust auf die kommenden Jahre. Viele junge Fahrer zeigten bereits jetzt beeindruckendes Talent und dürften in Zukunft sicherlich noch häufiger auf sich aufmerksam machen. Genau solche Plattformen sind enorm wichtig für den Nachwuchs im deutschen Endurosport und man muss allen beteiligten Fahrern, Teams und Organisatoren großen Respekt für ihre Leistungen aussprechen.

Sydow bleibt die Referenz – Fischeder kämpft, Chlum erneut konstant auf dem Podium

Am Nachmittag richteten sich die Blicke dann erneut auf die Deutsche Enduro Meisterschaft – und damit auch wieder auf Jeremy Sydow. Nachdem der Triumph-Pilot bereits am Samstag dominieren konnte, entwickelte sich der Kampf um den Tagessieg diesmal zunächst deutlich enger.

Luca Fischeder erwischte einen starken Start in den Renntag und hielt das Tempo von Sydow über die ersten beiden Runden komplett mit. Gerade einmal eine Sekunde trennte die beiden Spitzenfahrer zu diesem Zeitpunkt. Es sah tatsächlich kurz danach aus, als könnte sich diesmal ein echter Fight um den Gesamtsieg entwickeln.

Doch dann schlug das Pech erneut bei Luca zu. Ein Sturz kostete wichtige Zeit und brachte ihn aus dem Rhythmus. Danach konnte Jeremy seinen Vorsprung kontinuierlich ausbauen und kontrollierte das Rennen zunehmend.

Trotzdem zeigte Luca eindrucksvoll, dass er an einem guten Tag absolut das Tempo von Jeremy mitgehen kann. Platz zwei brachte er am Ende souverän ins Ziel, auch wenn der Rückstand nach dem Sturz letztlich zu groß wurde.

Erneut auf Platz drei landete Matyas Chlum aus Tschechien. Der Tscheche hatte zu Beginn des Tages noch leicht mit den Folgen seines Sturzes vom Samstag zu kämpfen, arbeitete sich aber immer besser in den Renntag hinein und konnte sich im Verlauf deutlich steigern. Besonders in der zweiten Hälfte des Tages zeigte Matyas wieder starke Zeiten und sicherte sich erneut verdient einen Platz auf dem Podium.

Starke Einzelleistungen in allen Klassen und kämpferische Auftritte

Abseits der Podiumsplätze gab es ebenfalls einige starke Geschichten im Fahrerfeld. Chris Gundermann zeigte über das gesamte Wochenende eine äußerst solide Leistung und belohnte sich dafür mit Rang zwei in der E2-Klasse sowie Platz vier im Gesamtklassement des Championats. Besonders auf den immer stärker ausgefahrenen Sonderprüfungen blieb der KTM-Pilot konstant und fehlerarm unterwegs. Nach dem Rennen zeigte er sich zufrieden mit seinem Wochenende, machte aber auch deutlich, dass die Bedingungen in Meltewitz selbst den Topfahrern alles abverlangten und kaum jemand die Prüfungen komplett ohne Fehler überstehen konnte.

In der E1-Klasse durfte sich Hannes Lehmann erneut über einen starken zweiten Platz hinter Jeremy Sydow freuen. Der Yamaha-Pilot, der ursprünglich aus dem Downhill-Sport kommt und erst später den Wechsel auf das Motorrad wagte, überzeugte einmal mehr mit seiner spektakulären und kompromisslosen Fahrweise. Gerade auf den schnellen und ausgefahrenen Passagen fühlte sich Lehmann sichtbar wohl. Allerdings blieb auch er von den technischen Problemen am Wochenende nicht verschont. Nach einem heftigen Kontakt mit einem Felsen wurde seine Hinterradbremsscheibe so stark beschädigt, dass kurzfristig improvisiert werden musste. Die Organisation reagierte darauf bereits für Sonntag und entfernte einen besonders problematischen Stein aus der Ideallinie.

Ein schwieriges Rennen erlebte dagegen Yanik Spachmüller. Der Fahrer hatte den gesamten Tag mit körperlichen Problemen zu kämpfen und musste sich zwischenzeitlich sogar übergeben. Trotzdem zog er das Rennen durch und zeigte enorme Moral. Trotz der schwierigen Situation brachte er seinen dritten Platz ins Ziel und bewies damit großen Kampfgeist.

In der E3-Klasse überraschte vor allem Toni Hoffmann. Der amtierende Deutsche Motocross-Meister hatte im Vorfeld noch große Zweifel, ob er auf den extrem endurolastigen Sonderprüfungen überhaupt mithalten könne. Diese Sorgen erwiesen sich jedoch schnell als unbegründet. Hoffmann zeigte ein starkes Wochenende im Wald und sicherte sich hinter Matyas Chlum den zweiten Platz in der Klasse E3. Dahinter komplettierte Maxi Wills erneut das Podium.

Für spektakuläre Szenen sorgte außerdem Juniorenfahrer Martin Balatka aus Tschechien. Mit seinem aggressiven und wilden Fahrstil begeisterte er viele Zuschauer entlang der Strecke und belohnte sich am Ende mit dem Sieg in der Klasse J1 sowie einem starken siebten Platz im Championat. Definitiv ein Fahrer, den man in Zukunft im Auge behalten sollte.

Zum Abschluss des Wochenendes sorgte auch Lokalmatadorin Lea Meier nochmals für positive Stimmung im Fahrerlager. Die Sherco-Pilotin startete am Nachmittag in der Klasse J2 und kämpfte sich auf heimischem Boden an beiden Tagen eindrucksvoll durch die anspruchsvollen Bedingungen in Meltewitz. Gerade solche Auftritte sind wichtig und zeigen, wie motivierend regionale Vorbilder besonders für junge Fahrerinnen im Endurosport sein können.

Damit endet ein intensives Sprint-Enduro-Wochenende in Meltewitz, das den Fahrern an beiden Tagen alles abverlangte. Die Kombination aus tief ausgefahrenen Sonderprüfungen, körperlich anspruchsvollen Bedingungen und engen Zweikämpfen sorgte für hochklassigen Endurosport in Sachsen.

Nun geht es für Fahrer und Teams erst einmal in eine kurze Pause, bevor mit Großlöbichau bereits der dritte Lauf der Deutschen Enduro Meisterschaft wartet – kombiniert mit der Mini- Enduro-Europameisterschaft. 

Die Vorfreude auf das nächste große Enduro-Wochenende dürfte nach Meltewitz definitiv noch einmal gestiegen sein.

Alle Ergebnisse findet ihr wie immer unter: www.enduro-dm.de

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